Vorschläge für die Verleihung des "Matthias-Vernaldi-Preises für selbstbestimmtes Leben"

Matthias Vernaldi (Foto: Stefan Weise)

Die Kaspar Hauser Stiftung wird im Jahr 2021 erstmals den „Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben“ verleihen.

Vorschläge und Bewerbungen mit Begründung können bis zum Mittwoch, 31.03.2021, per Mail oder Post eingereicht werden.

Im Anschluss entscheidet eine hochkarätige Jury nach folgenden Kriterien über die erste Preisträgerin/ den ersten Preisträger:

  • Die/ der Preisträger*in engagiert sich langjährig oder in besonders wirksamen Aktionen für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung.
  • Das Engagement macht anderen Menschen Mut, eignet sich als Vorbild bzw. im Sinne von Best Practice.
  • Das Engagement ist besonders nachhaltig und/ oder besonders innovativ.
  • Das Engagement trägt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bei.

Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird im Juni 2021 zum Geburtstag von Matthias Vernaldi verliehen werden. Menschen mit Assistenzbedarf, die in der Kaspar Hauser Stiftung tätig sind, werden außerdem ein kleines Kunstwerk, d.h. den "Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben“, schaffen.

Der „Matthias-Vernaldi-Preis“ erinnert an den faszinierenden Menschen und Aktivisten der Behindertenszene, an den Kämpfer für ein selbstbestimmtes Leben – Matthias Vernaldi, der am 09.03.2020 im Alter von 60 Jahren verstarb.

Die Krankheit „progressive Muskeldystrophie“ hatte er von Geburt an. Die Ärzte gingen davon aus, dass er nicht viel älter als 25 Jahre werden würde, er überschritt sein „Verfallsdatum“, wie er seinen eigenen Tod nannte, um mehr als das Doppelte.

Sprache bedeutete für ihn Freiheit. Als unermüdlicher Autor, nicht nur von „Mondkalb – Der Zeitschrift für das organisierte Gebrechen“, hinterließ er eine beeindruckende Menge von Texten.

Matthias Vernaldi fühlte sich nie an den Rollstuhl gefesselt, er werde durch diesen, so sagte er, erst mobil. Er war immer eigenständig und eigensinnig, gründete bereits zu DDR-Zeiten eine Wohngemeinschaft von Schwerstbehinderten in Thüringen, die mit ihren Renten- und Pflegegeldern sich die notwendige Hilfe von Nichtbehinderten finanzierte. Später zog er nach Berlin, organisierte die Persönliche Assistenz im Arbeitgebermodell, wirkte wortgewaltig im Landesbeirat für Menschen mit Behinderung und unter anderen in den Vorständen von Organisationen der Selbstorganisation mit. Er liebte gutes Essen, Musik, klare Worte und hatte einen feinen Humor.

Der seinen Namen tragende Preis soll jährlich verliehen werden.

Die Preisjury besteht aus 10 Personen, zu denen als Vertreter der Familie, Lewin Vernaldi-Kimani, sowie der Pankower Bezirksbürgermeister, Sören Benn, gehören. Außerdem freuen wir uns über die Mitwirkung von Vertreter*innen des Landesbeirates für Menschen mit Behinderung, des Stiftungsrates der Kaspar Hauser Stiftung, des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, der LAG WfbM, der Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen e.V., des ambulante Dienste e.V. sowie des Werkstattrates der Kaspar Hauser Stiftung.

 


Kontakt für Rückfragen
Julia Meumann
Öffentlichkeitsarbeit
030 47 49 05-50
oeffentlichkeitsarbeit@kh-stiftung.de
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